Ein Modell entsteht im Zeitraffer
Auf den ersten Blick mag es für Sie unvorstellbar erscheinen, wenn einzelne Modelle mehr als 500.000€ kosten. Werfen Sie doch einmal gemeinsam mit uns einen Blick hinter die Kulissen, wie ein Modell entsteht:
Am Anfang war der Besucherwunsch. Regelmäßig befragen wir unsere Gäste, welche Modelle sie bei uns vermissen. Der massivste Besucherwunsch im Jahre 1991 war ein Modell des Dresdner Zwingers. Anfang Februar 1992 nahmen wir erstmals Kontakt über das Konsulat der Bundesrepublik Deutschland auf, um zu entsprechenden Unterlagen zu gelangen. Es folgte eine fact-finding-mission im Juni 1992 und einige Monate dauerte es, um zu entsprechenden Plänen in unterschiedlichem Maßstab zu kommen (insgesamt mehr als 100 Planzeichnungen), die dann von uns in den Maßstab 1:25 umgewandelt werden mußten.
Da es sich um ein "Jahrhundertbauvorhaben" für MINIMUNDUS handelte, galt es nun, nachdem die Planungsphase weitgehend abgeschlossen war, die Arbeit aufzuteilen um die Bauzeit entsprechend verkürzen zu können. Wir traten an verschiedene Höhere Technische Lehranstalten heran, mit der Bitte, den Bau von Teilen des Modells zu übernehmen.An dieser Stelle sei vor allem der HTL Villach und der HTL Linz sehr herzlich gedankt.
Ende 1995 wurde mit dem "eigentlichen Bau" begonnen. Die ersten 4 m³ sächsischer Sandstein wurde bestellt.
Zu einer großen Herausforderung für die beteiligten Modellbauer kam es noch einmal im Frühjahr 1998. Entsprechend der Strategie, Modelle nicht nur in Klagenfurt zu zeigen, war es erforderlich, das gesamte Zwingermodell transportabel zu machen - und das bei einer Gesamtlänge von 10 m und einem Gewicht von über 20 Tonnen! Der Zwingerbau musste also in 10 Einzelteile (ohne Innenteile) gegliedert werden und ist somit trotz seiner für den Modellbau "gigantischen" Ausmaße mit 3 Sattelschleppern transportierbar.
Bei den ursprünglichen Planungen wurde nicht beabsichtigt, auch das Nymphenbad zu bauen, da es im Gesamtmodell nur sehr schwer einsehbar gewesen wäre. Aufgrund der Schönheit desselben entschlossen wir uns jedoch (insbesondere in Hinblick auf die Winter-Ausstellungen), dieses unseren Besuchern nicht vorzuenthalten, es aber separat in einer Vitrine zu zeigen. Über den Modellbau hinaus kamen ganz neue Anforderungen auf uns zu: die Wassertechnik, die entsprechende Beleuchtung, die Einpassung in eine entsprechende Vitrine und dergleichen. Mit dem Bau des extrem komplizierten Nymphenbades - ebenfalls aus Sandstein - wurde Herr Prof. Rychkov in der Ukraine betraut.
Im Winter 1999/2000 kam dann die Stunde der Wahrheit. Die einzelnen Segmente des Zwingers wurden aus den verschiedensten Werkstätten angeliefert und sie passten dank der hervorragenden Planung punktgenau zusammen. Da die MINIMUNDUS-Werkstätte für den Zusammenbau der einzelnen Teile des Zwingers zu klein war, mieteten wir bei der HTL Villach im Bereich des ehemaligen Bauhofes eine eigene Halle an, um während der Wintermonate keine Zeit zu verlieren.
Im Juli 2000 war es nach mehr als 5-jähriger Bauzeit endlich soweit: das Modell des Zwingers wurde bei der Modellpräsentation unseren Besuchern gezeigt, das Modell des Nymphenbades als Erstpräsentation bei der Ausstellung im November 2000 in der Messe Dresden, also am Heimatort.



